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Freitag, 11.08.2017 | 07:26

Vermischtes

Der ewige Kampf mit dem Feuerlöscher

VADUZ - Ende November wird Liechtensteins Datenschützer Philipp Mittelberger sein Amt niederlegen. Damit geht auch eine Ära zu Ende, in der es anfangs kein Facebook, keine Smartphones und nur wenig Verständnis für den Datenschutz gab.

(Archivfoto: MZ)

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«Zuerst hiess es: Was will denn der?», hatte Philipp Mittelberger vor einigen Jahren einmal gegenüber dem «Volksblatt» gesagt. Ein Sinnbild, für die Entwicklung des Datenschutzes und der Datenschutzstelle, die Mittelberger Anfang 2003 als damalige Stabsstelle für Datenschutz praktisch im Alleingang aufgebaut hat.

Opfer, Täter oder beides

Das Bewusstsein für den Datenschutz war anfangs eher gering. Die Medien fanden schnell inflationären Gefallen an der Idee des Orwellschen «Big Brother», also der Angst der vollständigen Überwachung der Bevölkerung. Die kam auch. Zumindest ein bisschen, dachte man damals, als im Vaduzer Städtle Überwachungskameras aufgestellt wurden. Das Geschrei war relativ gross, die Debatte half dem Verständnis für den Datenschutz aber ungemein und dennoch regt sich heute kaum noch jemand auf, wenn nahezu jeder immer und überall Videos live ins Internet streamen kann und damit ein Millionenpublikum erreicht. Der Grad Opfer oder eben doch Täter zu sein, ist oft ein schmaler. Heutzutage machen wir uns bereitwillig eher selbst zum Opfer. Tragen Fitnessarmbänder, die fröhlich unsere Gesundheitdaten irgendwo hin funken, wir teilen alles mit jedem und selbst unsere Wohnungen «wissen» bereits, wann wir zu Hause sind. Aber wer noch? Und weshalb?

Der Kampf wird weitergehen

In Sachen Datenschutz ist das Feld reich bestückt. Ob Vorratsdatenspeicherung oder neue europäische Datenschutzgrundverordnung: Der Kampf, den Mittelberger mit dem Kampf eines Feuerwehrmanns vergleicht, wird weitergehen – auch ohne ihn. Die Büchse der Pandora ist seit langem weit geöffnet. Mit Amtsmüdigkeit habe seine Entscheidung aber nichts zu tun, wie Mittelberger sagt.

Das vollständige Interview mit Philipp Mittelberger lesen Sie im „Volksblatt“ vom Samstag (11.8.2017) und in der Onlineausgabe.

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