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Freitag, 19.05.2017 | 11:37

Politik

Primarschuldauer: «Thema mit weitreichenden Auswirkungen»

VADUZ - Derzeit wird der Liechtensteiner Lehrplan an den Schweizer Lehrplan 21 adaptiert. Da Schweizer Kinder sechs Jahre in die Primarschule gehen, stellt sich hierzulande die Frage nach einem Systemwechsel. Doch das Thema ist kontrovers.

Sollen die Kinder künftig ein Jahr länger die Primarschul...

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Der Grossteil der Schulabgänger aus Liechtenstein besucht im Anschluss eine Schule oder Universität in der Schweiz. Damit ein reibungsloser Anschluss gewährleistet ist, muss das Liechtensteiner Schulsystem natürlich optimal auf jenes in der Schweiz abgestimmt sein. Daher werden die Kernpunkte aus dem neuen Schweizer Lehrplan 21 übernommen und praktisch ausschliesslich Lehrmittel aus der Schweiz eingesetzt. Da wäre es naheliegend, auch die Dauer der Primarschulzeit an jene der Schweiz anzugleichen. Um auszuloten, wie Interessensvertreter darüber denken, luden Schulamt und Bildungsministerium kürzlich zu einer Gesprächsrunde. Öffentlich kommuniziert wurde lediglich, dass diese Gesprächsrunde stattgefunden hat, über den Inhalt der Gespräche wurde jedoch bis anhin nichts bekannt. Auf «Volksblatt»-Anfrage erklärte Schulamtsleiter Arnold Kind: «Das Thema ist kontrovers diskutiert worden.» Eine Tendenz in Richtung Pro oder Kontra konnte er nach der Diskussion nicht ableiten. Es gebe verschiedene Vor- und Nachteile. Das Schulamt will jetzt eine Auslegeordnung erstellen, wie mit dem Thema weiter umgegangen werden soll. Schliesslich handle es sich um ein wegweisendes Thema mit weitreichenden Auswirkungen, so Kind.

Zentral für die  Schulraumplanung

Drastisch verändern würde dieser Schritt beispielsweise die Schulraumplanung, welche derzeit heftig debattiert wird. Würde die Dauer der Primarschulzeit verlängert, wären sinkende Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen die Folge. Dies würde wiederum bedeuten, dass der Bau eines neuen Schulgebäudes womöglich hinfällig würde. Im Juni muss der Landtag über den Antrag der Regierung entscheiden, ob für 5,2 Millionen Franken zwei Schulraumprovisorien gebaut werden sollen. Zur Begründung heisst es, die Schulstandorte St. Elisabeth und Giessen (Vaduz) würden den Anforderungen nicht mehr entsprechen. Verschiedene Politiker bemängeln, dass zuerst eine Schulraumstrategie vorliegen sollte, bevor über den Bau von Provisorien entschieden wird. Doch eigentlich müsste wohl zuerst geklärt werden, wie lange denn künftig die Primarschule dauern wird. Denn sonst stehen womöglich künftig gewisse Schulbauten leer.

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Freitag (19.5.2017) und in der Onlineausgabe.

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